Die Geschichte der St. Sigismund Kirche zu Daverden

Die Daverdener Kirche ist dem Heiligen St. Sigismund geweiht. Dieser war König der Burgunder und wurde, nachdem er 524 durch die Frankenkönige besiegt worden war, mitsamt seiner Frau und seinen Kindern getötet und in einen Brunnen geworfen.
Die Kirche thront auf dem Geestrücken über dem Tal von Aller und Weser. Aufgrund Ihrer Lage und der kompakt wirkenden Bauweise wird sie von einigen Einheimischen auch liebevoll als die Burg bezeichnet. Die kompakte Bauweise der roten Backsteinkirche äußert sich durch die nachträglich angebauten Stützpfeiler und den niedrigen Turm.


Errichtet wurde das Gebäude vermutlich bereits Ende des 12. Jahrhunderts. Auch wenn es keine schriftlichen Belege für das Gründungsjahr gibt, wird dennoch davon ausgegangen, dass die St. Sigismund Kirche eine der ältesten Kirchen des Kirchenkreises Verden ist.
Zu dieser Vermutung kommt man durch die romanischen Bögen des Chores.

Ebenfalls bereits aus dieser Zeit stammen dürfte der Glockenturm, der ursprünglich frei stand und auch als Wachturm gedient haben könnte.
Auf einer Grundfläche von 5,30 mal 6,30 Meter erreichen die Mauern eine Stärke von bis zu 1,20 Meter. Der Turm ist 24m hoch.

Im Turm befindet sich auch das Uhrwerk für die Turmuhr, das alle 6 Tage von Hand aufgezogen werden muss.

 

Die Wetterfahne auf dem Turm stellt Weltkugel, Kreuz und Hahn dar: Christus hat die Welt besiegt; der Hahn erinnert an Petrus, der Jesus nach seiner Festnahme verleugnet hat. (''Noch ehe morgen früh der Hahn kräht, wirst du dreimal geleugnet haben, dass du mich kennst'' Lukas 22,34)

 


Ihren Platz in diesem Turm haben zwei Glocken, die auch die zwei Weltkriege unbeschadet überstanden haben.

Die größere stammt aus dem Jahre 1395 und hat die lateinische Inschrift O rex Glorie veni cum pa ano doi MCCC noege quint.

Ins deutsche übersetzt bedeutet das "O König der Ehre komm mit deinem Frieden. Im Jahre des Herrn 1395."

 

Die kleinere aus dem Jahre 1638 stammende Glocke hat die deutsche Inschrift "Ist Gott mit uns, wer mag wider uns. Mit Gottes Hülfe gos mich Paul Kolpe 1638."

 

 

 

 

 


Ursprünglich hatte das Kirchengebäude vermutlich nur eine Flachdecke. Aufgrund einer Kirchenrechnung aus dem Jahre 1718 wird vermutet, dass erst zu diesem Zeitpunkt das Gewölbe und die gotischen Fenster eingebaut wurden.

 

 

 


Im Jahre 1720 wurde dann am nördlichen Teil des Längsschiffes der Kirche ein Fachwerkbau angefügt. Dieser wurde rund 80 Jahre später im Rahmen einer Renovierung in den Jahren 1899 bis 1901 durch einen massiven Anbau ersetzt. Ebenfalls in diesem Zeitraum wurde der Kirche an der Südseite ein Anbau mit einer Sakristei hinzugefügt. Die charakteristische Kreuzform der Kirche liegt also in dieser Zeit begründet.

 

 

 


Die Kirche ist von Ostern bis Erntedank täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und in der übrigen Zeit sonntags. In der Kirche liegt ein Kirchenführer aus, mit dem sie sich anhand von Fotos durch die Kirche führen lassen können.

 

Der Altar aus dem Jahre 1650 ist ein Geschenk der Adeligen von Rönne undvon Mandelsloh.

Die Altarbilder stellen letztes Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung Jesu dar.

Auf dem Altar stehen drei weibliche Figuren, die Liebe (mit Kind), Glaube (mit Anker) und Hoffnung (Kreuz und Kelch) symbolisieren.

Rechts und links vom Altar sind Dämonen zu erkennen, die vom Altar wegschauen.

Auf den zwei Säulen des Altars sind die Wappen der edlen Spender von Rönne und von Mandelsloh zu sehen.

Über die Bedeutung der einzelnen Altarteile ist im Gemeindebrief eine Serie von Pastor Lars Quittkat veröffentlicht worden, die hier als pdf-Datei komplett angezeigt wird.

Die Kanzel stammt ebenfalls aus dem Jahre 1650, dadurch entsteht in derKirche ein sehr harmonischer Eindruck.

Zur Weihnachtszeit wird unter der Kanzel die historische Weihnachtskrippe aufgebaut.

Der 12-strahlige Kronleuchter erinnert an die 12 Tore des himmlischen Jerusalems (Offenbarung 21) und wurde bei der großen Renovierung 1986/87 im Mittelschiff der Kirche aufgehängt.

 
Die Orgel wurde 1650 von Hermann Kröger erbaut und in den Jahren 1988/89 vollständig restauriert.

Auf der Orgel steht zu lesen: '' Lobet den Herren mit Saiten und Pfeiffen. Den Herrn unsern Gott loben ist ein köstlich Ding''

 

 

 

 

 

 


Das Glasfenster im Altarraum stellt die Evangelisten Matthäus und Markus dar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Seit 1955 gibt es dieses mit der Taube verzierte Taufbecken. Vorher gab es ein Tauffass, das in den Boden eingelassen war. Von 1900 bis 2004 sind hier ca. 7000 Taufen vorgenommen wurden.

 

 

 

 

 

 

 


Im Langschiff der Kirche hängt seit der Renovierung 1985/86 das Ölgemälde ''Der gute Hirte'' des Worpsweder Malers Fritz Mackensen. In diesem Bereich des Langschiffes kann man von außen auch noch die zugemauerte, sogenannte ''Brauttür'' erkennen.

 

 

Die Altarbilder wurden 1996 restauriert.

 

 

 

 

 

 

 


Im Jahr 2006/07 wurde der Kirchturm von außen neu verputzt. Im Innern mussten neue Balken eingezogen werden.

 

 

 

 

 

 

In der Kirche wurde 2007 der untere Wandbereich neu verputzt. Dazu musste die gesamte Bestuhlung der Kirche rausgeräumt werden. Viele Helfer machten dies in kurzer Zeit möglich.  Dabei wurde im Chorbereich eine Wandmalerei freigelegt und restauriert.

St. Sigismund Kirche 3D

Turmaufstieg zu den Glocken

St. Sigismund Kirche 3D

Vom Turm über Gewölbe zum Altar

St. Sigismund Kirche Vorderansicht
Kirchturm, 24 m hoch, ehemals Wehrturm
Die große Glocke im Kirchturm
Gewölbe der Kirche von oben gesehen
Gotisches Fenster auf der Empore
Christus mit Weltkugel und Kreuz über der Sakristei-Tür
Offene Kirche von Ostern bis Erntedank täglich 10 bis 18 Uhr
Altar und Kanzel aus dem Jahre 1650
Orgel in den Jahren 1988/89 restauriert
Fenster mit den Evangelisten Matthäus und Markus
Taufbecken
"Der gute Hirte" von Fritz Mackensen
Neue Balken werden im Turm eingesetzt
Wandmalerei im Chorraum freigelegt
Wandmalerei restauriert